Aufstellungsarbeit - Systemisches Wissen

Bei einer Aufstellung macht der Aufstellende sein 'inneres Bild' der Ursprungs- oder Gegenwartsfamilie/Partnerschaft nach außen sichtbar. Dazu wählt man aus der Gruppe für sich und andere Familienmitglieder StellvertreterInnen aus und stellt sie in Beziehung zueinander.

Im Kraftfeld der Aufstellung, dem 'wissenden Feld', spüren die StellvertreterInnen körperlich und emotional die Wirkungen ihres Platzes in der Familie, auch ohne jemals von den betreffenden Personen erfahren zu haben. Dabei kommen oft unbewusste Schicksalsbindungen über mehrere Generationen ans Licht, aus denen unglückliche Beziehungen und Verstrickungen, schwere Folgeschicksale, Krankheit und sogar Todesbereitschaft entstanden sind. Auch das Übernehmen fremder Schuld oder unbewusste Identifizierungen mit ausgeschlossenen Familienmitgliedern werden sichtbar.

Die Veränderung der Aufstellung zum Lösungsbild hin bedeutet, dass alle, die dazugehören, ihren guten Platz erhalten im Familienganzen geehrt und gewürdigt sind. Dies wird vom Aufstellenden spontan als Erleichterung empfunden und hat oft langfristig positive und heilende Rückwirkung für den Aufstellenden - häufig auch für Familienmitglieder, die gar nicht selbst anwesend sind.

Durch die Aufstellung erfährt man etwas über sich, was sonst nur schwer zugänglich ist. Das gemeinsame Erleben der Lösung im Schutz der Gruppe geht weit über das Therapeutische hinaus, denn es macht auf sehr direkte Weise erfahrbar, dass alle in ihrem System verankert sind und dadurch hineingestellt in etwas Größeres, welches durch die Kräfte von Ausgleich, Liebe und Bindung am individuellen Lebensweg mitwirkt. Ein tieferes Verständnis des Menschseins, eine Milde gegenüber sich selbst und den anderen und ein Gefühl von Vollständigkeit sind die Folge.

Verdeckte Aufstellungen

Verdeckt aufstellen bedeutet, dass weder die aufstellende Person noch die StellvertreterInnen wissen, wen sie vertreten. Der Vorteil ist, dass die Stellvertreter völlig frei ihren Impulsen folgen können und jedes Denken und Beurteilen wegfällt. Diese Personen haben keine Ahnung, für wen sie stehen. Das Wissen ist ausgeschaltet, die StellvertreterInnen können nur ihren Gefühlen folgen.

 Wer vor der Türe steht, hat den größten Teil der Reise schon hinter sich!

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